Was sind eigentlich Kohlenhydrate?

Neben Proteinen und Fetten gehören auch Kohlenhydrate zu den Makronährstoffen und dienen im Wesentlichen als Energielieferant. Chemisch gesehen bestehen Kohlenhydrate aus Zuckermolekülen. Grundsätzlich lassen sich Kohlenhydrate in folgende zwei Gruppen aufteilen:

Einfache Kohlenhydrate stehen dem Körper bspw. in Form von Glukose als Energieträger schnell zur Verfügung und können daher im Körper schnell aufgespalten werden.

Komplexe Kohlenhydrate benötigen auf Grund vermehrter Anzahl an Zuckermolekülen deutlich länger um aufgespalten zu werden. Dadurch gelangen diese über einen deutlich längeren Zeitraum in den Stoffwechsel und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.

Im Folgenden werden die einzelnen Gruppen der Kohlenhydrate differenziert

Einfachzucker (Monosaccharide):

  • Glukose (Traubenzucker)
  • Fruktose (Fruchtzucker)
  • Galactose (Schleimzucker)
  • Ribose (Teil der RNA)
  • Desoxyribose (Teil der DNA)

Dreifachzucker (Trisaccharide)

  • Melezitose („Honigzucker“)
  • Raffinose

Zweifachzucker (Disaccharide)

  • Saccharose (Rüben- oder Rohrzucker)
  • Lactose (Milchzucker)
  • Maltose (Malzzucker)

Vielfachzucker (Polysaccharide)

  • Stärke
  • Cellulose
  • Glykogen
  • Chitin

Einfach- und Zweifachzucker sind vor allem in Süßigkeiten und Haushaltszucker zu finden. Sie zeichnen sich durch eine schnelle Verfügbarkeit im Körper aus, sorgen damit aber für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels und damit langfristig für gesundheitliche Probleme. Kartoffeln und Vollkornprodukte sind Beispiele für Vielfachzucker. Diese lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen, da ein Aufspalten vor der Aufnahme ins Blut erforderlich ist, dies kostet Zeit.

Kohlenhydrate liefern pro 1g ca. 4kcal Energie. Sie werden im Körper in folgenden Orten gespeichert:

  • Im Muskelapparat (ca. 300-400g)
  • In der Leber (ca. 75-100g)
  • Im Blut (ca. 5g)

Da Kohlenhydrate durch einen Stoffwechselprozess im Körper selbst synthetisiert werden können, gelten sie als nicht essentiell für uns. Man spricht bei diesem Prozess von Glykoneogenese, der „Neu-Synthese“ von Glukose aus Aminosäuren oder Fetten. Diese tritt ein, wenn man über einen längeren Zeitraum Kohlenhydrate meidet oder langanhaltenden Sportlichen Betätigungen ausgesetzt ist.

Kohlenhydrate werden bereits im Mund, durch die im Speichel vorhandene Amylase, gespalten. Den Magen passieren die Kohlenhydrate nahezu unverdaut. Die Eigentliche Kohlenhydratverdauung erfolgt im Dünndarm. Hier wird auch die Aufnahme ins Blut reguliert. Der Blutzuckerspiegel wird also stark durch die aufgenommene Menge an Kohlenhydraten beeinflusst. Das Hormon Insulin wirkt dabei regulierend. Auf das Hormon Insulin, den Blutzuckerspiegel und den glykämischen Index soll in einem weiteren Blog-Artikel eingegangen werden.

Da wir nun wissen, wir Kohlenhydrate aufgebaut sind, welche Arten es gibt und wie sie im Körper verarbeitet werden, soll im Folgenden auf den Bedarf an Kohlenhydraten eingegangen werden.

Rein theoretisch benötigt der menschliche Körper keine durch die Nahrung zugeführten Kohlenhydrate. Kohlenhydrate sind nicht essentiell und können durch „Neu-Synthese“ im Körper selbst „hergestellt“ werden. Dazu werden Fette und Eiweiße benötigt. Komplexe Kohlenhydrate liefern jedoch sehr viele Mineralstoffe, Vitamine und auch Ballaststoffe, die wichtig für unseren Stoffwechsel sind. Dabei handelt es sich insbesondere um Vollkornprodukte. Auf die verschiedenen Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe soll in einem weiteren Blog-Artikel ausführlicher eingegangen werden.